Defossilisierung ohne Deindustrialisierung
Ohne die passenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die breite Anwendung von CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCU/S – Carbon Capture, Utilisation and Storage) ermöglichen, droht sich die beginnende Deindustrialisierung weiter zu beschleunigen. Aus Sicht der Bayerischen Wirtschaft müssen wir alles daran setzen, diesen Prozess umzukehren.
Selbst bei vollständiger Umstellung auf eine CO₂-neutrale Energieversorgung wird es prozessbedingte CO₂-Emissionen geben, z. B. in der Zement- und Kalkindustrie, die auch zukünftig nicht vermieden werden können. Wir wollen diese Industrien am Standort halten und müssen dementsprechend Möglichkeiten der Speicherung und Weiterverwendung des abgeschiedenen CO₂ schaffen.
Fahrplan für die CO₂-Infrastruktur: Transport, Speicheroptionen und bayerische Zwischenspeicherung
Wir benötigen auf europäischer, nationaler und bayerischer Ebene einen klaren Fahrplan, der aufzeigt, wie wir eine Defossilisierung erreichen, ohne eine Deindustrialisierung zu riskieren. Wichtige Elemente sind der Aufbau einer Transportinfrastruktur, bedarfsgerechte Speicheroptionen und die Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die Schaffung geeigneter finanzieller Anreize für die Weiterverwendung von Kohlenstoff. Hierbei muss die Gesetzgebung sich klar am Zieldreieck von Resilienz, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit ausrichten.
Auf bayerischer Ebene ist besonders wichtig, dass die Voraussetzungen für eine Zwischenspeicherung im Freistaat geschaffen werden, um mindestens die Zeit bis zum notwendigen Netzanschluss gut überbrücken zu können.