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Letzte Aktualisierung: 27. Juli 2026

Information

Aktuelle Informationen zur US-Zollpolitik

Obwohl die Europäische Union und die USA im August 2025 eine Zoll-Vereinbarung geschlossen haben, ändern sich die US-Zölle regelmäßig. Die folgende Übersicht fasst zentrale Informationen zusammen und verweist auf relevante Dokumente.

Zölle nach Section 301

Die Vereinigten Staaten belasten seit dem 24. Juli 2026 Importe von 60 Handelspartnern mit Zöllen, da diese angeblich zu wenig gegen Zwangsarbeit vorgehen. Betroffen sind unter anderem Importe aus der Europäischen Union, China, dem Vereinigten Königreich, der Schweiz und der Türkei. Die Zölle lösen den pauschalen Zusatzzoll von 10 Prozent ab, der seit Ende Februar erhoben worden war (sog. Section 122 Zoll).

Die Höhe des Zollsatzes auf Waren mit Ursprung in der Europäischen Union hängt von der Höhe des MFN-Zollsatzes ab: Wenn der MFN-Zollsatz geringer als 10 Prozent ist, gilt ein Zollsatz von insgesamt 10 Prozent; MFN-Zoll inklusive. Wenn der MFN-Zollsatz höher als 10 Prozent ist, gilt der MFN-Zollsatz. Der Zoll nach Section 301 beträgt in diesem Fall Null Prozent.
Für Waren aus einem der anderen betroffenen Staaten beträgt der Zoll nach Section 301 entweder 10 Prozent oder 12,5 Prozent. Eine Liste der betroffenen Länder und der entsprechenden Zollsätze finden Sie hier .

Die Zölle gelten für Waren, die am oder nach dem 24. Juli 2026, 00:01 Uhr EST abgefertigt werden, oder aus einem Zolllager entnommen und in den freien Verkehr überführt werden. Ausgenommen sind Waren, die vor dem 24. Juli 2026, 00:01 Uhr EST verladen wurden oder sich im Versand befinden, und vor dem 28. Juli 2028, 00:01 EST in den freien Verkehr überführt oder aus einem Zolllager entnommen werden. Weitere Ausnahmen gelten für Importe, die den sektoralen Zöllen nach Section 232 unterliegen. Das sind beispielsweise Kfz und Kfz-Teile, Stahl und Aluminium. Darüber hinaus werden Waren für die zivile Luftfahrt, bestimmte Medizinprodukte und ausgewählte landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht mit dem Zoll belastet. Eine Liste aller Ausnahmen finden Sie in Anhang II .

Sektorale Zölle nach Section 232

Die Vereinigten Staaten erheben sektorale Zölle. Ihre Höhe ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich und kann zwischen null und 50 Prozent liegen. Unterliegt ein Gut diesen sektoralen Zöllen, ist es von den Zöllen nach Section 301 (vgl. oben) ausgenommen. Für Einfuhren mit Warenursprung in der Europäischen Union gelten die folgenden Zölle.

  • Arzneimittel und ihre Vorprodukte: Patentierte Arzneimittel sowie ihre Vorprodukte, werden ab 31. Juli 2026 mit einem Zoll von 15 Prozent belastet. Generika sind vom Zoll ausgenommen ( Proklamation 11020 vom 02. April 2026 ).
  • KfZ und KfZ-Teile: KfZ und KfZ-Teile unterliegen einem Zoll von insgesamt 15 Prozent (einschließlich MFN-Zoll). Die US Zoll- und Grenzschutzbehörde hat die Antworten auf häufige Fragen zu diesen Zöllen online zusammengefasst.
  • Stahl- und Aluminium: Stahl und Aluminium sowie Produkte aus Stahl und Aluminium unterliegen einem Zollsatz zwischen 50 Prozent und null Prozent auf den Warenwert. Zum 08. Juni 2026 passen die Vereinigten Staaten an, wo Güter in dieser Struktur eingeordnet werden. Stahlregale und Aluminium-Lithografieplatten werden ab dem Stichtag erstmals mit einem Zoll von 25 Prozent belastet. Für andere Produkte werden die Zölle reduziert. Für bestimmte Maschinen für die Landwirtschaft, die Bauindustrie und das verarbeitende Gewerbe sinkt der Zollsatz auf 15 Prozent. Außerdem sinken die Zölle für Produkte, die zu mindestens 85 Prozent aus US-amerikanischem Stahl oder Aluminium bestehen, auf zehn Prozent. Diese Zollsenkungen gelten bis zum 31. Dezember 2027 und macht eine vorsichtige Prüfung der Güterklassifizierung notwendig. Die Proklamation und die zugehörigen Anhänge geben Aufschluss, welchem Zollsatz einzelne Güter unterliegen.

Zoll-Vereinbarung zwischen den USA und der Europäischen Union

Die Europäische Union und die USA wollen an der Zoll-Vereinbarung vom Sommer 2025 festhalten. Die Europäische Union hat ihre Zölle zum 01. Juli 2026 auf das vereinbarte Niveau gesenkt . In einigen Punkten verhandeln die USA und die Europäische Union weiter. Das betrifft beispielsweise die Zölle auf Stahl und Aluminium. Die Vereinigten Staaten drohen der Europäischen Union und einzelnen Mitgliedsstaaten immer wieder mit neuen Zöllen. In der Zollvereinbarung haben sich die Vereinigten Staaten vorbehalten, wegen unfairer Handelsbedingungen oder wegen Sicherheitsbedenken gegen Handelspartner vorzugehen. In den nächsten Monaten könnten die USA daher weitere Zölle einführen. Der US-Handelsbeauftragte untersucht aktuell die Preisgestaltung von Arzneimitteln in Deutschland und angebliche industrielle Überkapazitäten in Europa und inwieweit diese den Wettbewerb mit den USA verzerren. Beide Untersuchungen könnten die Grundlage für neue Zölle sein.

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