Die wirtschafts- und handelspolitische Beziehung Bayerns zu den USA hat sich gewandelt. Anlässlich der Amtseinführung von US-Präsident Trump am 20. Januar 2025 beleuchteten wir gemeinsam mit dem Amerikahaus München sowie Expert*innen und Unternehmensvertreter*innen das erste Amtsjahr der aktuellen US-Administration und diskutierten Perspektiven für die deutsche und bayerische Wirtschaft.
Europa muss den Dialog auf Augenhöhe suchen
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer vbw, betonte die gegenseitige Abhängigkeit: „Gegenüber Trump müssen wir noch deutlicher herausstellen, dass die USA wirtschaftlich auf Europa angewiesen sind. Allein Bayern importierte 2025 nach ersten Schätzungen Waren im Wert von elf Milliarden Euro aus den USA. Außerdem investieren bayerische Unternehmen seit vielen Jahren massiv in den Vereinigten Staaten.“
Die Reindustrialisierung der USA gelingt nur mit Technologie und Know-how aus dem Ausland, führte Dr. Christoph Schemionek, Delegierter der deutschen Wirtschaft in Washington, DC, an. Bei der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmenden einig, dass bayerische Unternehmen hier eine zentrale Rolle spielen. Diese setzen weiter auf langfristige und stabile Beziehungen zu ihren Geschäftspartnern in den USA. Das Wachstum der US-Wirtschaft und das positive Umfeld für Forschung und Innovation machen die USA nach wie vor zu einem relevanten Ziel für bayerische Investitionen.
Zölle als Hindernis für den Handel
Die Berichte der Unternehmensverteter*innen veranschaulichten die Folgen der Zollpolitik, die die bayerische Wirtschaft und die Unternehmen stark belastet. Die Zölle machen bayerische Exporte teurer und sorgen für Mehraufwand in den Unternehmen. Auf die raschen Veränderungen und die Unsicherheit der letzten Monate reagieren die Unternehmen flexibel und mit aktiver Kommunikation gegenüber ihren Geschäftspartnern. Die Kosten der US-Zölle tragen die Menschen in den USA. Ob diese Belastung der Menschen zu einem Einlenken der US-Politik führen wird, bleibt ungewiss.
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass Bayern und die USA durch Handel und Investitionen eng miteinander verbunden bleiben. Aus Sicht der vbw trägt ein geschlossenes Auftreten Europas und ein selbstbewusstes Werben der bayerischen Wirtschaft für ihre Leistungsfähigkeit zum Erfolg der transatlantischen Beziehung bei.
Vortragende und Podiumsteilnehmer*innen
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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
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Dr. Meike Zwingenberger, Geschäftsführerin, Stiftung Bayerisches Amerikahaus gGmbH
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Cathryn Clüver Ashbrook, Executive Vice President/Senior Advisor, Bertelsmann Stiftung
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Christoph Schemionek, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Washington, DC
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Hirohito Imakoji, Geschäftsführer, Liebherr USA, Co
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Ishita Aggarwal, Chief Financial Officer und Executive Vice President, Siemens Corp. USA
Moderation: Peter Müller, Chefredakteur, Augsburger Allgemeine