TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung, die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Schüler*innen der vierten Jahrgangsstufe erfasst. An TIMSS 2023 haben weltweit insgesamt 58 Staaten teilgenommen, darunter 22 EU-Mitgliedstaaten und 29 OECD-Staaten. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 4.442 Schüler*innen aus 230 Schulen in die Untersuchung einbezogen. Die Teilnahme der Schüler*innen an den Kompetenztests war in Deutschland verpflichtend.
Ausgewählte Ergebnisse
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Die mittleren mathematischen Kompetenzen der Viertklässler*innen betragen 524 Punkte. Sie liegen damit über dem internationalen Mittelwert (503 Punkte) und sind identisch mit dem Mittelwert der 22 teilnehmenden EU-Staaten (524 Punkte) sowie vergleichbar mit dem der 29 teilnehmenden OECD-Staaten (525 Punkte). Das Leistungsniveau ist im Vergleich zu TIMSS 2007 (525 Punkte) und TIMSS 2019 (521 Punkte) stabil.
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In Mathematik liegt der Anteil der Schüler*innen auf den niedrigsten Kompetenzstufen I und II bei 25,1 Prozent (international 36,6 Prozent, EU: 26,4 Prozent, OECD: 27,1 Prozent). Während dieser Anteil im Vergleich zu 2019 (25,3 Prozent) stabil ist, ist gegenüber 2007 (21,6 Prozent) ein signifikanter Zuwachs zu verzeichnen.
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In Naturwissenschaften liegen die Schüler*innen mit 515 Punkten signifikant über dem internationalen Mittelwert (494 Punkte) und sind vergleichbar mit dem der teilnehmenden EU-Staaten (518 Punkte). Die OECD-Staaten sind im Mittel signifikant besser (526 Punkte). Das Leistungsniveau ist im Vergleich zu 2019 (518 Punkte) stabil, liegt aber signifikant unter dem Niveau von 2007 (528 Punkte).
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Über ein lediglich rudimentäres Kompetenzniveau in Naturwissenschaften verfügen 29,7 Prozent der Viertklässler*innen (international: 38,7 Prozent, EU: 27,9 Prozent, OECD: 25,4 Prozent). Während dieser Anteil im Vergleich zu 2019 (27,7 Prozent) stabil ist, ist gegenüber 2007 (23,7 Prozent) ein signifikanter Zuwachs zu verzeichnen.
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Das Kompetenzniveau in Mathematik und in den Naturwissenschaften ist weiterhin eng an soziale und herkunftsspezifische Faktoren gekoppelt. Dabei ist seit 2011 der Anteil von Schüler*innen mit besonderen Unterstützungsbedarfen gleichgeblieben und der Anteil mit Migrationshintergrund seit 2007 gestiegen.
Bewertung
Die Kultusministerkonferenz hebt hervor, dass Grundschüler*innen in Deutschland ihre Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften halten – und das trotz Pandemie. Dies ist erfreulich. Es ist aber alarmierend, dass jedes vierte Kind in Mathematik sowie fast jedes dritte Kind in Naturwissenschaften die Mindeststandards nicht erreicht. Auch gibt es weiterhin eine enge Kopplung zwischen sozioökonomischen Status der Familien und dem Bildungserfolg der Kinder. Angesichts der Fachkräftelücke im MINT-Bereich besteht ein dringender Handlungsbedarf. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland, der von seinem MINT-Know-how lebt, sind die Ergebnisse besorgniserregend.
Im Anhang finden Sie eine Zusammenfassung der Studie.