Letzte Aktualisierung: 07. Juli 2026
Pressemitteilung
Innovative und wandlungsfähige Unternehmen in Niederbayern trotzen der Krise / Dr. Pröckl: „Bundesregierung braucht Mut und Durchsetzungskraft für echte Reformen“
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Im Rahmen eines Pressegesprächs der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten Unternehmensvertreter aus Niederbayern, wie es trotz großer Herausforderungen für die Wirtschaft gelingt, die Transformation mit Blick auf Dekarbonisierung, demografischen Wandel, De-Globalisierung und Digitalisierung aktiv und erfolgreich zu gestalten. „Eine Studie, die das IW Köln im Auftrag der vbw kürzlich erstellt hat, zeigt: Bayern ist aufgrund seiner energieintensiven Industriestruktur und seiner tiefen internationalen Handelsverflechtungen im Zuge der Transformation weitaus mehr gefordert als die anderen Bundesländer. In vielen Bereichen ist der Freistaat bereits gut aufgestellt. Die Voraussetzungen, das Potenzial der Transformation zu nutzen, sind in Bayern deutlich besser als andere Bundesländern“, erklärt Dr. Thomas Pröckl, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Niederbayern.
Allerdings bereitet der vbw eine andere Entwicklung zunehmend Sorgen: die Deindustrialisierung. Rund ein Viertel der Wertschöpfung im Freistaat erbringt das verarbeitende Gewerbe. Dies trifft auch auf Niederbayern zu, dort sind es 25,3 Prozent – vor zehn Jahren lag der Anteil noch um knapp sechs Prozent höher. Vom Erfolg der Industrie hängen auch Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ab, und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Regierungsbezirken sind eng. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Hohe Energiepreise und Arbeitskosten sowie eine ständig steigende Belastung durch bürokratische Vorgaben haben die Gewinne von Unternehmen schrumpfen lassen und schränken den Spielraum für Zukunftsinvestitionen ein“, so Dr. Pröckl. Die Bewertung von fünf wesentlichen Standortfaktoren sei in den vergangenen zwölf Jahren merklich zurückgegangen. Das gelte sowohl für den gesamten Freistaat als auch für Niederbayern. Unternehmensbefragungen in der Region zufolge, wird vor allem das sogenannte ‚Verwaltungshandeln‘ kritisiert. Die bürokratischen Auflagen öffentlicher Stellen sowie die Zulassungs- und Genehmigungsverfahren werden inzwischen deutlich belastender wahrgenommen. 2013 bewertete die niederbayerische Wirtschaft das Verwaltungshandeln noch mit der Schulnote 3,3-im Jahr 2025 nur noch mit 4,2. Dr. Pröckl betont: „Wir begrüßen, dass sich die Bundesregierung Anfang Juli auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt hat. Das ist ein wichtiges Signal: Der Stillstand der vergangenen Monate ist überwunden, es kommt endlich Bewegung in die Sache. Gleichzeitig bleiben zentrale Punkte hinter den Erwartungen zurück. Weiterhin fehlt eine Senkung der Arbeitskosten, ein wesentlicher Bestandteil zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Niederbayerns.
Weitere Maßnahmen müssen folgen, es ist noch Luft nach oben.“
Trotz der schwierigen Lage gibt es in Niederbayern zahlreiche Unternehmen, welche die Transformation aktiv, innovativ und erfolgreich vorantreiben. Beispielhaft berichtet Dennis Bräutigam von Hirschmann Automotive beim Pressetermin in Passau, wie ihnen dies gelingt: „Transformation ist kein Risiko – Stillstand ist es. Der niederbayerische Mittelstand muss sich auf seine Werte besinnen, Partnerschaften stärken und europäisch denken, um regional erfolgreich zu handeln. Nur gemeinsam sichern wir die Zukunft unseres Marktes.“