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Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2026

Pressemitteilung

Innovative und wandlungsfähige Unternehmen in Schwaben trotzen der Krise / Partik: „Bundesregierung braucht Mut und Durchsetzungskraft für echte Reformen“

Im Rahmen eines Pressegesprächs der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten Unternehmensvertreter aus Schwaben, wie es trotz großer Herausforderungen für die Wirtschaft gelingt, die Transformation mit Blick auf Dekarbonisierung, demografischen Wandel, De-Globalisierung und Digitalisierung aktiv und erfolgreich zu gestalten. „Eine Studie, die das IW Köln im Auftrag der vbw kürzlich erstellt hat, zeigt: Bayern ist aufgrund seiner energieintensiven Industriestruktur und seiner tiefen internationalen Handelsverflechtungen im Zuge der Transformation weitaus mehr gefordert als die anderen Bundesländer. In vielen Bereichen ist der Freistaat bereits gut aufgestellt. Die Voraussetzungen, das Potenzial der Transformation zu nutzen, sind in Bayern deutlich besser als in anderen Bundesländern“, erklärt Dr. Markus Partik, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Schwaben.

Allerdings bereitet der vbw eine andere Entwicklung zunehmend Sorgen: die Deindustrialisierung. Rund ein Viertel der Wertschöpfung im Freistaat erbringt das verarbeitende Gewerbe, in Schwaben liegt er leicht höher bei 26,2 Prozent – vor zehn Jahren lag der Anteil aber noch bei 29,4 Prozent. Vom Erfolg der Industrie hängen auch Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ab, und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Regierungsbezirken sind eng. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Hohe Energiepreise und Arbeitskosten sowie eine ständig steigende Belastung durch bürokratische Vorgaben haben die Gewinne von Unternehmen schrumpfen lassen und schränken den Spielraum für Zukunftsinvestitionen ein“, so Partik.

Die Bewertung von fünf wesentlichen Standortfaktoren sei in den vergangenen zwölf Jahren merklich zurückgegangen. Das gelte sowohl für den gesamten Freistaat als auch für den Regierungsbezirk Schwaben. Unternehmensbefragungen in der Region zufolge, wird vor allem das sogenannte ‚Verwaltungshandeln‘ kritisiert. Die bürokratischen Auflagen öffentlicher Stellen sowie die Zulassungs- und Genehmigungsverfahren werden inzwischen deutlich belastender wahrgenommen. 2015 bewertete die schwäbische Wirtschaft das Verwaltungshandeln noch mit der Schulnote 3,5 – im Jahr 2025 nur noch mit 4,3. Partik betont: „Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen zügig verbessern. Von der Bundesregierung erwarten wir endlich einen gezielten Reformwillen und effektive Umsetzungsstärke bei notwendigen Gesetzesvorhaben und Maßnahmen zur raschen und nachhaltigen Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft.“ Trotz der schwierigen Lage gibt es in Schwaben zahlreiche Unternehmen, welche die Transformation aktiv, innovativ und erfolgreich vorantreiben.

Alexander Miehling, Standortleiter der SGL Carbon in Meitingen betont: „Wenn der Industriestandort Deutschland global bestehen will, dann müssen wir den industriellen Wandel vorantreiben. SGL Carbon hat am Standort Meitingen in klimafreundliche Technologien, Digitalisierung und Infrastruktur investiert, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Investitionen der Unternehmen allein reichen nicht aus. Die Rahmenbedingungen wie Energiepreise, Arbeitskosten und Bürokratieniveau müssen ebenso stimmen.“

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