Die bayerische Wirtschaft
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Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2026

Pressemitteilung

Der Strukturkrise schnell und entschieden entgegenwirken / Brossardt: „Transformation braucht schnell die richtigen Rahmenbedingungen“

Die bayerische Wirtschaft befindet sich in einer anhaltenden Strukturkrise, die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. stellt akuten Handlungsbedarf fest. Die leichten konjunkturellen Hoffnungen vom Jahresanfang wurden durch den Iran-Krieg und seine Folgen wieder zunichte gemacht. „Die bayerische Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Die steigende Inflation, höhere Kosten für die Unternehmen sowie gestörte globale Lieferketten verteuern und erschweren die Produktion, das bremst den Konsum und das dämpft die Investitionsneigung. Besonders kritisch ist es in der M+E-Industrie. Im größten Industriezweig im Freistaat ist die Produktion im ersten Quartal 2026 erneut zurückgegangen, sie liegt 17 Prozent niedriger als im letzten Aufschwungsjahr 2018. Dazu wachsen die Reallöhne schneller als dass die Wirtschaftsleistung zunimmt. In der Folge steigen die Arbeitskosten für die Unternehmen überproportional an, noch weiter angetrieben durch die steigenden Sozialversicherungsbeiträge. Das wirft insbesondere die exportorientierte Industrie im internationalen Wettbewerb weiter zurück“, erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei einem Journalistenseminar zum Thema „Die bayerische Wirtschaft zwischen lahmender Konjunktur und Strukturkrise“. Referent war Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

In seinem Vortrag gab Prof. Dr. Hüther einen vertieften Einblick in die Herausforderungen und Potenziale am Standort Deutschland: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Gemengelage aus geopolitischem Epochenbruch und tiefgreifenden Transformationsprozessen. Besonders energieintensive Industrien und Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie stehen unter erheblichem Druck. Gleichwohl verfügt der Standort Deutschland über starke regionale Potenziale: Bayern als attraktiver Wirtschaftsstandort verbindet Innovationskraft mit industrieller Stärke. Um diese Basis zu sichern und auszubauen, braucht es eine konsequente Stärkung der Investitionstätigkeit sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die Transformation.“

Laut vbw findet die notwendige Transformation im Freistaat unter schwierigen Rahmenbedingungen statt. „Der Kurs der Energiewende in Deutschland und der Dekarbonisierung stimmt zwar insgesamt. Doch es fehlt an Tempo, sowohl bei den erneuerbaren Energien als auch beim Netzausbau. Der Strombedarf wird in den kommenden Jahren erheblich ansteigen. Entscheidend ist eine bessere Koordinierung von Erzeugern, Abnehmern, Netzen und Speichern“, sagte Brossardt.

Auch ist Bayern auf Grund seiner ausgeprägten Internationalisierung deutlich stärker von der De-Globalisierung betroffen. Der bayerische Außenhandel ist im Bundesvergleich stärker auf einzelne Märkte und Branchen fokussiert. „Speziell für die Automobilindustrie ist hier der Einfluss der EU maßgebend: Das Automobilpaket der EU-Kommission muss weiter angepasst werden. Die geplanten massiven Bußgelder bei Überschreitung der aktuellen Flottenregulierung stellen nur zusätzliche Belastungen für die Unternehmen dar, sind aber kein echter Fortschritt für den Klimaschutz. Wir brauchen Technologieoffenheit bei den Antriebsarten“, sagte Brossardt und ergänzte: „Auch die Anforderungen der Unternehmen an die digitale Infrastruktur werden mit jedem Jahr höher, nicht zuletzt auf Grund der rasanten Entwicklung im Bereich der KI. Deren Nutzung hat sich im zweiten Jahr in Folge auf 25 Prozent verdoppelt. Für eine gelingende Transformation muss die Politik insgesamt schnell und zielgerichtet die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“

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