Die bayerische Wirtschaft
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Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2026

Pressemitteilung

Importe übersteigen Exporte deutlich, Handelsbilanzdefizit wird immer größer / Brossardt: „Großes Reformpaket, um Exportwirtschaft wieder ordentlich in Gang zu bringen“

Die bayerische Wirtschaft exportierte im April 2026 Waren im Wert von rund 19,5 Milliarden Euro. Das waren 1,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe stiegen ebenfalls an, und zwar sogar um 8,2 Prozent auf knapp 20,4 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt trotz der auf den ersten Blick positiven Zahlen, die heute vom Landesamt für Statistik veröffentlicht wurden, vorerst keine Entwarnung. Dazu erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Zwar ist erfreulich, dass die bayerischen Ausfuhren trotz des Iran-Kriegs und dessen massiven wirtschaftlichen Auswirkungen im April leicht positiv waren, gleichzeitig macht uns der viel stärkere Anstieg der Importe, vor allem bei Erdöl und Erdgas, Sorgen. Hier sehen wir deutlich, wie stark der Krieg im Iran die Kosten für bayerische Importe hat in die Höhe schnellen lassen. Positiv ist, dass es zwischen den USA und dem Iran eine Einigung zur Lösung des seit Februar schwelenden Konflikts gibt. Es muss jedoch abgewartet werden, ob die Abmachungen auch wirklich zu einem dauerhaften Frieden in der Region führen. Wir gehen aber trotzdem davon aus, dass sich die Folgen des Iran-Kriegs in den Zahlen der kommenden Monate weiter niederschlagen werden. Gleichzeitig ist klar: Wir dürfen unser Handelsbilanzdefizit nicht noch weiter vergrößern. Um unser Exportgeschäft wieder ordentlich in Gang zu bringen, braucht es in erster Linie einen wettbewerbsfähigen Standort – die schwarz-rote Bundesregierung steht hier eindeutig in der Pflicht.“

Auch im April zeigte sich bei den wichtigsten Exportmärkten erneut die Bedeutung des europäischen Binnenmarkts für die bayerische Wirtschaft. „Die Ausfuhren sowohl in unseren größten Absatzmarkt, die USA, als auch in die Volksrepublik China, immerhin unser größter Handelspartner, nehmen weiter ab. Bei den Vereinigten Staaten sehen wir sogar einen Rückgang um knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – eine Folge der aggressiven Handelspolitik von US-Präsident Trump. Aber auch die Konkurrenz aus China, gepaart mit verzerrten Wettbewerbsbedingungen, macht es bayerischen Unternehmen immer schwerer, ihre Produkte auf dem chinesischen Absatzmarkt unterzubringen. Europa dagegen bleibt Stabilitätsanker für Bayern: Die Ausfuhren vor allem nach Österreich, Frankreich, Italien und Polen sind gestiegen. Wir müssen den innereuropäischen Handel weiter stärken“, so Brossardt.

Auch bei den wichtigsten Exportgütern bleibt die Lage schwierig. Die Ausfuhren von Maschinen und Pkw gingen im April zurück. Dazu Brossardt: „Das ist verheerend, immerhin handelt es sich dabei um die wichtigsten Exportbranchen des Freistaats. Bei den Pkw-Exporten sehen wir sogar einen Rückgang um mehr als 20 Prozent. Diese Entwicklung bereitet uns große Sorgen.“ Lediglich die Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -Verteilung konnten einen Zuwachs im April verbuchen. Die vbw setzt daher auf umfassende Reformen. „Fakt ist: Wir sehen einen kontinuierlichen Rückgang im Exportgeschäft. Zwar können wir die schwierige außenwirtschaftliche Lage nicht ändern, aber zumindest unseren Standort wieder wettbewerbsfähig machen. Wir müssen unseren Unternehmen im harten globalen Wettbewerb den Rücken stärken. Die Bundesregierung muss jetzt vor der Sommerpause liefern. Gleichzeitig brauchen wir mehr denn je eine Stärkung des Freihandels: Die Wirtschaft braucht neue Absatzmärkte. Dafür setzen wir auf Europa. Die EU muss den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen forcieren“, erklärte Brossardt.

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