Letzte Aktualisierung: 28. Mai 2026
Pressemitteilung
Rekordhoch bei Rohstoffpreisen im April – Belastung für die Industrie wächst weiter / Brossardt: „Die Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“
Inhalt teilen
Der Rohstoffpreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. legte im April 2026 gegenüber März um 4,3 Prozent auf einen neuen Höchststand von 202,1 Punkten zu. „Die Rohstoffpreise haben ein neues Allzeithoch erreicht und das bisherige Rekordniveau aus dem März 2022 überschritten. Die Dynamik der vergangenen Monate setzt sich fort und verschärft die ohnehin angespannte Lage für die Unternehmen im Freistaat weiter“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Der Teilindex für Industriemetalle stieg im April um 4,5 Prozent. Besonders stark verteuerte sich Germanium (+16, 7 Prozent), das unter anderem für die Herstellung von Halbleitern und Solarzellen relevant ist. Auch Aluminium wurde mit einem Anstieg von 6,6 Prozent merklich teurer. Im Vergleich zum April 2025 zeigt sich eine extreme Entwicklung bei einzelnen Rohstoffen: „Der Preis für Wolfram stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 642,7 Prozent – und damit um mehr als das Siebenfache innerhalb eines Jahres. Das knappe Angebot trifft auf eine stark wachsende Nachfrage aus der Technologie- und Rüstungsindustrie. Wolfram wird unter anderem bei der Herstellung von KI-Chips und modernen Waffen eingesetzt. Aluminium verteuerte sich im Jahresvergleich um 50,9 Prozent. Das belastet die Unternehmen im Freistaat besonders stark, da Aluminium in vielen industriellen Anwendungen unverzichtbar ist und die Produktionskosten entsprechend deutlich steigen“, so Brossardt.
Entgegen dem allgemeinen Trend ging der Teilindex für Seltene Erden im April um 3,3 Prozent zurück. Deutlich günstiger waren vor allem Samarium (-37,6 Prozent) und Praseodym (-11,1 Prozent). Gleichzeitig kam es bei einzelnen Rohstoffen wie Gadolinium (+17,5 Prozent) und Cerium (+11,5 Prozent) zu spürbaren Preisanstiegen. Auch die Preise für Edelmetalle gaben im April nach. Der entsprechende Teilindex sank gegenüber März um 2,5 Prozent. Neben Gold (-2,8 Prozent) vergünstigte sich auch Silber (-2,6 Prozent). Im Vorjahresvergleich blieb insbesondere Silber jedoch auf einem sehr hohen Niveau und ist weiterhin mehr als doppelt so teuer (+135,4 Prozent).
Angesichts der anhaltend hohen Preise fordert die vbw, den Bezug von Rohstoffen politisch zu priorisieren. „Wir müssen unsere Abhängigkeiten reduzieren, Lieferketten breiter aufstellen und die Kreislaufwirtschaft konsequent stärken. Nur so können wir die Versorgungssicherheit langfristig gewährleisten und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sichern“, betont Brossardt.
Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Den kompletten vbw Rohstoffpreisindex finden Sie hier .