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Letzte Aktualisierung: 30. Juni 2026

Pressemitteilung

Arbeitsmarkt im Stillstand – demografischer Wandel wirkt immer stärker / Brossardt: „Fachkräftesicherung wird langfristig eine zentrale Zukunftsaufgabe bleiben“

Saisonbereinigt bewegt sich der bayerische Arbeitsmarkt im Juni kaum. Gegenüber Mai sank die Zahl der Arbeitslosen um lediglich 630. Damit setzt sich der Trend aus dem Frühjahr fort. Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt dies die schwächelnde gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Bayern, sowie eine abwartende Haltung der Unternehmen aufgrund der unklaren politischen Lage in Deutschland im Vorfeld angekündigter Reformen, sowie der Weltlage, unter anderem im Nahen Osten. „Die Zahl der offenen Stellen liegt um über 8.500 Stellen niedriger als im Vorjahr. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Jahresvergleich um 0,2 Prozent geringer. Der demografische Wandel wirkt sich hier immer stärker aus. Nur weil aktuell insbesondere viele Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden, führt die rückläufige Beschäftigung nicht zu einer steigenden Arbeitslosigkeit“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für Juni durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

Die Arbeitslosenquote im Freistaat beträgt im Juni 4,0 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr lag sie damit nur noch um 0,1 Prozentpunkte höher. „Die Arbeitslosenquote in Bayern liegt inzwischen nur noch marginal höher als im Vorjahreszeitraum. Der seit vier Jahren andauernde Anstieg scheint vorerst gestoppt. Aber auch hier gilt: Dies ist vor allem eine Folge des demografischen Wandels und kein Anzeichen für eine wirtschaftliche Verbesserung. Die Politik muss deshalb durch geeignete Weichenstellungen, allen voran dem Abbau von Bürokratie und der Senkung der Energiekosten, für den notwendigen Wandel sorgen“, fasst Brossardt die Lage zusammen.

Laut vbw muss trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Arbeitskräfte- und Fachkräftesicherung im Fokus bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt auch die von der vbw beauftragte Neuauflage der Studie „Regionale Arbeitslandschaften“. „Die Fachkräftelücke wird je nach wirtschaftlicher Entwicklung unterschiedlich groß ausfallen, in jedem Fall aber wird das Arbeitskräfteangebot stärker zurückgehen als die Nachfrage. Im Basisszenario wird 2035 eine Fachkräftelücke von rund 290.000 Personen entstehen. Die Fachkräftesicherung wird daher langfristig eine zentrale Zukunftsaufgabe bleiben. Darum müssen wir alle Beschäftigtenpotenziale heben, etwa indem wir die Erwerbsbeteiligung von Älteren und Teilzeitkräften erhöhen. Gleichzeitig müssen wir die Arbeitszeitpotenziale besser nutzen, indem wir die Arbeitszeit flexibilisieren“, so Brossardt abschließend.

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