Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kritisiert die im Tarifkonflikt des öffentlichen Nahverkehrs für Mittwoch und Donnerstag von der Gewerkschaft ver.di angekündigten erneuten Warnstreiks auf Schärfste. „Der erneute Streikaufruf ist nicht akzeptabel. Die Gewerkschaft hat den Bogen überspannt und kann offensichtlich nicht erkennen, dass Maximalforderungen angesichts der desolaten Haushaltslage vieler Kommunen nicht zu erfüllen sind. Daran werden auch weitere Streiks nichts ändern. Uns fehlt jegliches Verständnis für die erneute Unterbrechung des öffentlichen Nahverkehrs“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und fügt hinzu: „Die Tarifpartner stehen in der Verantwortung, Lösungen zu finden und das am Verhandlungstisch und nicht auf der Straße – und zwar zügig.“
Laut vbw richten sich die Streiks formal gegen den Tarifpartner, faktisch aber gegen die Passagiere, die auf einen zuverlässigen ÖPNV angewiesen sind. „Jeder Einzelne ist arbeitsrechtlich selbst dafür verantwortlich, pünktlich am Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu erscheinen. Wenn einige wenige den Berufsverkehr lahmlegen können, dann hat das massive Auswirkungen für viele Pendler, darunter nicht nur Beschäftigte, sondern auch Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler und vor allem für die Betriebe. Das ist in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation unseres Landes nicht hinnehmbar. Wir müssen standardisierte Arbeitskämpfe vermeiden. Wir brauchen in der kritischen Infrastruktur eine verpflichtende Schlichtung, bevor ein Arbeitskampf stattfindet. Der Aufruf von ver.di ist unverhältnismäßig und unvernünftig“, erklärt Brossardt.