Keine Zeit fürs Ruhekissen
Von „irren und wirren Zeiten“ hat der Bayerische Ministerpräsident vor nicht allzu langer Zeit gesprochen und damit die geopolitischen Umwälzungen gemeint. Er hat recht : Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Deshalb steht auch unsere Wirtschaft vor großen Herausforderungen.
Die Irankrise hat zu Preisanstiegen geführt, die das Wirtschaftswachstum in Deutschland massiv ausbremsen. Gleichzeitig bröckelt die transatlantische Partnerschaft. US-Präsident Trump hat die regelbasierte Handelspolitik gehörig durcheinandergebracht. Sein Lieblingswort lautet
bekanntermaßen: „Zölle“. Darüber hinaus hat sich China zu einem knallharten Wettbewerber entwickelt. Leider spielt dieser Konkurrent nicht immer mit fairen und marktwirtschaftlichen Mitteln.
Wie aber gelingt Deutschland in diesen turbulenten Zeiten der wirtschaftliche Aufschwung ? Genau diese Frage stand im Zentrum des Ludwig-Erhard-Gipfels Ende April.
Als bayerische Wirtschaft haben wir eine eindeutige Antwort gegeben: Wir brauchen Reformen – und zwar dringend! Wir haben klargemacht: Die Soziale Marktwirtschaft ist kein Ruhekissen. Sie ist ein Hochleistungsmotor. Doch derzeit füttert Deutschland zu sehr den sozialen Ausgleich
und vergisst, dass man erst erwirtschaften muss, was man später verteilen will. Wir haben das „Soziale“ überdehnt und den „Markt“ zur Fußnote degradiert.
Es stimmt, Reformen tun weh. Aber nicht zu handeln: das ist der schmerzhafteste aller Wege. Die richtigen Prämissen lauten Eigenverantwortung, Leistung, Fortschritt und Risikobereitschaft. Nur damit kann Deutschland der wirtschaftliche Aufschwung gelingen. Nur damit werden wir sie überstehen, diese irren und wirren Zeiten.